Direkten Kontakt haben HändlerInnen wie KundInnen im Rahmen der Logistik meist nur mit Lieferanten beziehungsweise VersandmitarbeiterInnen. Doch so unersetzlich diese auch sind – es braucht weit mehr, um eine effiziente, schnelle und nachhaltige Logistik gewährleisten zu können. Wir blicken hinter die Jobs in der Logistik, ihre Aufgaben und ihre Zukunftsfähigkeit.
Wenn alles läuft und die Waren wie gewünscht an Ort und Stelle sind, merkt man die Logistik als HändlerIn oder KundIn kaum. Doch wenn nicht, dann macht sich das schnell bemerkbar: Nicht ausreichende Lagerbestände haben lange Wartezeiten auf Seiten der KundInnen zufolge. Fehlende Lieferungen von Bauteilen und Co. können Produktionen verzögern. Unzureichende Trackingmöglichkeiten sorgen für Unzufriedenheit bei der Kundschaft. Und dies sind nur einige der möglichen Szenarien, die in Folge ineffizienter Logistikprozesse ablaufen können. Denn Logistik ist weit mehr als nur Lagerarbeit. Sie verbindet Menschen, Waren, IT und Prozesse und ist damit für Wirtschaft, Handel und E-Commerce unverzichtbar. Das macht sie zu einer der vielseitigsten und zugleich zukunftssichersten Branchen, die es gibt.
Damit die Prozesse in der Logistik aber möglichst effizient verlaufen, braucht es qualifiziertes Personal in zahlreichen essenziellen Stationen. Welche das im Detail sind, erfährst Du in diesem Blogbeitrag.
Operative Jobs in der Logistik 2026
Jobs in der Logistik sind vielfältig. Und das in den verschiedensten Bereichen, von operativen Tätigkeiten über kaufmännische und organisatorische Jobs und IT bis hin zu Führung, Planung und strategischen Rollen. Die operativen Logistik-Jobs sind dabei vielleicht die, an die man im Rahmen der Logistik als erstes denkt: Denn KomissionierInnen, VersandmitarbeiterInnen und Co. sind nicht nur unerlässlich für eine effiziente Logistik, sondern auch für KundInnen oft am sichtbarsten. Werfen wir einen Blick auf weitere operative Jobs in der Logistik.
FachlageristIn / Fachkraft für Lagerlogistik
Die Fachkraft für Lagerlogistik ist vor allem in der Organisation des Lagers tätig. Hier nimmt sie Waren entgegen, prüft deren Vollständigkeit und Zustand, sortiert sie und sorgt dafür, dass sie im Lager an ihren eingeplanten Platz gelangen. Während der Lagerung ist es die Aufgabe dieser Fachkraft, auf optimale Lagerbedingungen zu achten und zum Beispiel Temperatur und Luftfeuchtigkeit zu überwachen und zu regulieren. Zusätzlich gehören die Zusammenstellung von Lieferungen und die Erstellung der dazugehörigen Begleitpapiere sowie die Beladung von Transportfahrzeugen zum Beruf der Fachkraft für Lagerlogistik. An jeder Station des Jobs ist also höchste Sorgfalt und Zuverlässigkeit gefragt. Nur so behalten die Waren ihre Qualität bei und gelangen schnell zu ihren EmpfängerInnen.
KommissioniererIn und VersandmitarbeiterIn
Dass die Waren sicher verpackt und geliefert werden und außerdem auf jedem ihrer Schritte sorgfältig im System vermerkt sind, ist die Aufgabe von KommisioniererInnen und Versandmitarbeitenden. Sie nehmen die Waren aus den Regalen, stellen sie zu Sendungen zusammen und vermerken die Entnahme im System. Letzteres ist heute oft auch schon automatisiert. Durch ihre tägliche Arbeit tragen KomissionierInnen maßgeblich dazu bei, dass KundInnen ihre Ware vollständig und pünktlich erhalten, und haben damit großen Einfluss auf die Kundenzufriedenheit.
StaplerfahrerIn
StaplerfahrerInnen sind innerhalb des Lagers unerlässlich, um Waren zu transportieren sowie LKWs zu be- und entladen. Dazu müssen sie genau wissen, wo sich die gesuchten Waren befinden, und mit modernen Flurförderzeugen gekonnt umgehen können. Auch ein ausgeprägtes Sicherheitsbewusstsein, um Mitarbeitende und Waren zu schützen, ist natürlich gefragt.
TeamleiterIn Lager und SchichtleiterIn
Hinter dem Team, das die operativen Berufe in der Logistik ausführt, steht eine Teamleiterin oder ein Teamleiter. Zu den Aufgaben dieser Position gehört zum Beispiel die Koordination des Teams und die Einteilung der MitarbeiterInnen in Arbeitsschichten. SchichtleiterInnen haben den Überblick über alle ihre MitarbeiterInnen und deren Tätigkeitsgebiete sowie über alle Prozesse rund um das Lager. So können sie auch kompetent bei der Lösung operativer Herausforderungen unterstützen und als AnsprechpartnerInnen für operative Fragen agieren – vom Team selbst, von Mitarbeitenden aus den organisatorischen Bereichen des Unternehmens oder von KundInnen und Partnern.
Die Rolle als TeamleiterIn erfordert daher nicht nur Organisationstalent, sondern auch Kommunikationsstärke und ein herausragendes Verständnis für die logistischen Abläufe. Nicht selten steigen erfahrene Mitarbeitende aus anderen operativen Logistik-Jobs in diese Position auf, um mehr Verantwortung zu übernehmen.
Warum Logistik-Jobs heute digitaler sind
Operative Logistik-Jobs wie diese sind heute weit technikgestützter als früher: Scanner erfassen Warensendungen automatisch und speisen sie im System ein, Lagerplätze werden digital geplant und zugeordnet und generell werden Prozesse vermehrt automatisiert und IT-gestützt. Wo genau die Digitalisierung in der Logistik für mehr Effizienz, Nachhaltigkeit und Resilienz sorgt, erfährst Du in einem weiteren, ausführlichen Blogbeitrag. Für Mitarbeitende in der Logistik bedeutet diese Technikunterstützung auf der einen Seite, dass sie ihre Arbeit schneller und effektiver umsetzen können. Auf der anderen Seite wird natürlich eine gesteigerte Technik-Affinität benötigt, denn auch automatisierte Prozesse müssen nachvollzogen und überprüft werden.
Kaufmännische und organisatorische Logistik-Jobs
Neben den ausführenden Jobs in der Logistik sorgen zahlreiche Personen hinter den Kulissen dafür, dass alle Prozesse effizient ablaufen, verschiedene Stationen nahtlos miteinander verknüpft und KundInnen angemessen betreut werden. Sie übernehmen strategische und organisatorische Aufgaben und sorgen zum Beispiel auch dafür, dass Zollauflagen erfüllt werden und alle benötigten Dokumente für den Außenhandel bereitstehen.
Damit bilden sie eine essenzielle Schnittstelle zwischen KundInnen, Lager, Transport und IT. Sie haben den Überblick über bestehende Prozesse und sind Anlaufpunkt für die Kommunikation zwischen den verschiedenen Abteilungen eines Logistikunternehmens sowie wichtigen Partnern außerhalb.
Speditionskaufmann/Speditionskauffrau bzw. Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistung
Speditionskaufleute machen den Transport von Waren erst möglich. Sie koordinieren den gesamten Logistikprozess, einschließlich der Auswahl des Transportmittels, der Abrechnung, der Dokumentation und der Zollabwicklung. Dazu stimmen sie sich eng mit KundInnen und externen Partnern ab. Ist der Transport dann im Gange, überwachen Speditionskaufleute außerdem, dass hier alles reibungslos verläuft und die zuvor geplanten Zeiten eingehalten werden.
Disposition & Transportplanung
Ähnliche Aufgaben wie die Speditionskaufleute hat die Disposition. Sie übernimmt ebenfalls Planung, Steuerung und Überwachung von Waren- und Informationsflüssen in der Lieferkette. Neben der Bestimmung von Lieferzeiten und Transportmitteln umfasst dies zum Beispiel auch die Zuweisung von Lagerbeständen. Damit spielen Disponenten in der Logistik eine wichtige Rolle für die Gewährleistung von Effizienz und Effektivität der Lieferprozesse. Technologien, die sie dabei unterstützen, sind etwa ERP- und APS-Systeme, aber immer wieder auch AI-Lösungen, mit denen sich komplexe Berechnungen automatisieren lassen.
Kundenservice & Auftragsmanagement
Um die Zufriedenheit der Kundschaft zu gewährleisten, braucht es gute Kommunikation und schnelle Lösungen für aufkommende Herausforderungen. Mitarbeitende im Kundenservice und Auftragsmanagement übernehmen genau diese Rolle und dienen als Ansprechpartner für die KundInnen eines Logistikunternehmens. Sie haben Einblick in bestehende Aufträge, können über den aktuellen Stand ihrer Lieferungen und Bestellungen informieren und bei Bedarf in Zusammenarbeit mit anderen Abteilungen und externen Partnern Lösungen finden.
Zollabwicklung & Außenhandel
Internationale Warenbewegungen erfordern ein hohes Maß an Wissen über die rechtlichen Bestimmungen für Transporte in andere Länder. Dieses Wissen findet sich in einem Logistikunternehmen bei den Mitarbeitenden für Zollabwicklung und Außenhandel. Sie kümmern sich um Zollformalitäten und sorgen dafür, dass internationale Transporte rechtskonform abgewickelt werden. Sorgfalt, immer wieder aktualisiertes Fachwissen und ein Verständnis für internationale Prozesse sind hier besonders wichtig.
IT, Digitalisierung und andere moderne Logistikberufe
Mit der Digitalisierung werden viele ausführende Berufe in der Logistik nicht nur effizienter und IT-Jobs weiter gefasst – es entstehen auch völlig neue Berufe und Aufgabenfelder. Software, Schnittstellen und automatisierte Prozesse sind heute unverzichtbar und verlangen immer mehr IT-Kompetenz.
Auch bei IBS Logistics setzen wir auf moderne Systeme und nutzen individuelle IT-Anbindungen, um sowohl KundInnen als auch MitarbeiterInnen bestmöglich zu unterstützen.
WMS-/EDI-SpezialistInnen
Um die Ware im Lager möglichst effizient zu organisieren, werden heute moderne Lagerverwaltungs- bzw. Warehouse-Management-Systeme (WMS) verwendet. Zusätzlich sorgt EDI (Electronic Data Interchange) dafür, dass die verschiedenen Systeme innerhalb eines Unternehmens miteinander kommunizieren können. So lassen sich Prozesse automatisieren und damit schneller und effizienter gestalten. Damit diese Abläufe reibungslos funktionieren und Systeme verstanden und optimiert werden, braucht es interne WMS- und EDI-SpezialistInnen. Zu ihren Aufgaben gehört es unter anderem, Prozesse im System abzubilden, Schnittstellen zu schaffen und zu testen, neue KundInnen anzubinden und Fehler zu analysieren und zu beheben. Die WMS- und EDI-SpezialistInnen arbeiten außerdem eng mit der IT sowie dem operativen Lagerpersonal zusammen und stehen ihnen als AnsprechpartnerInnen für die genutzten Systeme zur Verfügung.
IT-KoordinatorIn in der Logistik
Als Schnittstelle von der IT zum operativen Betrieb und zu KundInnen fungieren IT-KoordinatorInnen. Sie stellen sicher, dass die vorhandenen Systeme sinnvoll genutzt werden, indem sie technische Anforderungen in verständliche Prozesse übersetzen. Zu ihren Aufgaben gehört daher auch die Begleitung von Systemeinführungen, Anpassungen und die Unterstützung der AnwenderInnen.
ProzessmanagerIn und Continuous Improvement
ProzessmanagerInnen müssen die gesamte Supply Chain sowie die ihr zugrundeliegenden Prozesse kennen und analysieren, um sie kontinuierlich verbessern zu können. Dazu werten sie zum Beispiel Kennzahlen aus und begleiten die Umsetzung und Einführung neuer Standards, wenn ihre Analyse deren Notwendigkeit erkennt. Um dies in der Praxis umsetzen zu können, ist eine enge Zusammenarbeit mit Führungskräften und operativen Teams vonnöten.
Daten- & Schnittstellenmanagement
Logistik ist heute immer mehr datengetrieben und automatisiert. Damit diese Prozesse möglichst fehlerfrei ablaufen und Daten vollständig an ihrem Ziel ankommen, braucht es ExpertInnen für das Daten- und Schnittstellenmanagement. Sie überwachen die Datenflüsse zwischen den Systemen, prüfen Schnittstellen und stellen die Datenqualität sicher. Damit hat ihre Arbeit direkte Auswirkungen auf Lieferzeiten, Bestände und Kundenzufriedenheit.
Führung, Planung und strategische Rollen in der Logistik
Natürlich gibt es auch Führungspositionen und spezialisierte Fachrollen in der Logistik, die es Mitarbeitenden ermöglichen, mehr Verantwortung zu übernehmen für Menschen, Prozesse und Qualität. Häufig werden diese Rollen mit Mitarbeitenden besetzt, die in anderen Positionen Erfahrung sammeln, Organisationstalent und Pragmatismus beweisen können und aus der Praxis heraus aufsteigen.
Standortleitung
Die Standortleitung trägt die Verantwortung für einen gesamten Logistikstandort. Darunter zählen etwa die Führung der MitarbeiterInnen, die Sicherstellung reibungsloser Abläufe, die wirtschaftliche Steuerung des Standorts und die Einhaltung von Standards bezüglich der Qualität und Sicherheit. Ihre Aufgabe ist es auch, Projekte zu priorisieren und die Umsetzung von strategischen Vorgaben zu forcieren. Wichtige Eigenschaften in dieser Position sind daher vor allem Führungskompetenz, Organisationstalent und Praxiserfahrung in der Logistik.
Operations ManagerIn / BereichsleiterIn
Die Verantwortung für operative Abläufe über mehrere Standorte hinweg liegt bei den Operations ManagerInnen beziehungsweise BereichsleiterInnen. Auch sie stellen reibungslose Abläufe sicher, optimieren Prozesse und sorgen so für eine erhöhte Wirtschaftlichkeit. Dazu benötigen Operations ManagerInnen neben ausgeprägten analytischen und organisatorischen Fähigkeiten vor allem Kommunikations- und Führungsstärke.
Projektmanagement Logistik
ProjektmanagerInnen in der Logistik begleiten meist zeitlich begrenzte, strategisch wichtige Vorhaben. Dies kann zum Beispiel die Einführung neuer KundInnen und Partner sein, eine Standorterweiterung oder die Umstellung von Prozessen oder IT-Systemen. In ihrer Rolle koordinieren ProjektmanagerInnen interne und externe Beteiligte, erstellen Projektpläne und sorgen für die Einhaltung von Terminen, Budgets und Qualitätszielen. Dies setzen sie durch ihre strukturierte Arbeitsweise und Kommunikationsstärke um. Auch Durchsetzungsvermögen wird in solchen Projekten oft verlangt.
Supply Chain Management
Über Unternehmens- und Ländergrenzen hinweg planen, steuern und optimieren Supply-Chain-ManagerInnen entlang der gesamten Liefer- und Wertschöpfungskette. Von der Rohstoffbeschaffung bis zur Auslieferung beschäftigen sie sich damit, Effizienz, Qualität und am Ende die Kundenzufriedenheit zu steigern.
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Hier mehr Effizienz und eine bessere Nutzung von Ressourcen zu etablieren, hat heute immer mehr auch mit dem Ziel zu tun, nachhaltiger zu agieren. Wie wir bei IBS Logistics unsere Prozesse, Transporte und Partnerschaften nachhaltig gestalten, erfährst Du in weiteren Blogbeiträgen zu Verpackungsverwertung, Nachhaltigkeitszertifizierungen und grüner Logistik. |
Ausbildung in der Logistik und Quereinstieg
Viele der Logistik-Berufe – ob operativ oder organisatorisch – sind Ausbildungsberufe. Dazu zählen etwa die Fachkraft für Lagerlogistik, FachlageristInnen, BerufskraftfahrerInnen und EisenbahnerInnen sowie der/die Kaufmann/-frau für Spedition und Logistikdienstleistungen.
Auch IBS Logistics bildet aus. Wirf doch mal einen Blick in unsere offenen Ausbildungsstellen oder andere offene Positionen auf unserer Karriereseite.
Und nicht immer muss es ein zur Branche passendes Studium oder eine Ausbildung sein. Die Logistik bietet ebenso zahlreiche Chancen für Quereinsteiger – und dann die Möglichkeit, auf Wunsch und durch Erfahrung sowie die passenden Hard- und Soft-Skills in höhere oder spezialisierte Positionen auf- und einzusteigen.
Arbeiten in einer zukunftssicheren Branche
Hinter der Logistik steckt mehr, als viele auf den ersten Blick denken. Mehr Menschen, mehr Prozesse, mehr Tätigkeitsfelder und mehr Digitalisierung. Damit ist sie nicht nur eine Branche, die für unsere Wirtschaft und den weltweiten Handel unerlässlich ist, sondern auch eine attraktive Branche für alle, die auf der Suche nach einem abwechslungsreichen und zukunftssicheren Job sind. Denn die Logistik bleibt nicht einfach nur ein wichtiger Grundpfeiler der Wirtschaft, sie entwickelt sich auch stetig weiter. Neue Maßnahmen zur Digitalisierung und Automatisierung sowie Schritte zu mehr Nachhaltigkeit sorgen dafür, dass die Branche und die Jobs, die sie bietet, mit ihren Aufgaben und Anforderungen wachsen.