Wie KI in der Logistik Verpackungen optimiert und Ressourcen einspart

Künstliche Intelligenz hat in vielen Bereichen unseres täglichen Lebens Einzug erhalten, ob im Privaten oder in Unternehmen. Natürlich auch in der Logistik. Hier kann sie zum Beispiel dazu genutzt werden, Wege zu optimieren und so Ressourcen einzusparen und nachhaltiger zu handeln. Sie kann Lagerplätze effizienter planen und die Kommissionierung durch Automatisierung unterstützen. Und sie hat Einfluss darauf, wie wir Waren heute verschicken. In diesem Blogbeitrag beleuchten wir, wie KI die Verpackungswelt verändert und warum gerade jetzt ein solcher Umschwung stattfindet.

Erwartungen an Effizienz und Nachhaltigkeit des Transports steigen

 

KundInnen bestellen heute immer mehr online. Schnell sollen die Waren geliefert werden, immer verfügbar sein und in der Realität die im Online-Shop versprochenen Qualitäten beweisen. Die Erwartungen an HändlerInnen sind hoch; auch im Bereich der Nachhaltigkeit. KundInnen wählen oft die nachhaltigere Lieferoption, wenn ihnen eine Auswahl geboten wird, und auch zu viel, offensichtlich nicht benötigtes Verpackungsmaterial kommt bei ihnen nicht gut an. Diesen Erwartungen können Unternehmen mit smarteren Verpackungen entgegenkommen. Doch nicht nur den Anforderungen von KundInnen gilt es, gerecht zu werden. Auch gesetzliche Vorgaben bezüglich der Nachhaltigkeit von Verpackungen sowie des genutzten Materials müssen von Logistikern und Handelsunternehmen erfüllt werden.


Und: Smarte Verpackungen sind ein klarer Wettbewerbsvorteil, wenn Versandmengen und die Anzahl der Retouren steigen. Durch effiziente Planung der Verpackung kann so der Raum in Paketen und Transportfahrzeugen besser genutzt werden, es wird weniger Material verwendet und auch Kosten werden eingespart.

Was bedeutet „KI in der Verpackung“ und wie unterscheidet sie sich von der klassischen Automatisierung?

 

Doch welche Rolle spielt KI hier überhaupt? Künstliche Intelligenz denkt vor allem mit. Denn während Automatisierung in der Logistik auch vielfältig eingesetzt wird, folgt diese festen Regeln. Einmal etabliert und programmiert, laufen Prozesse immer gleich ab und Signale werden reaktiv wahrgenommen – nachdem sie zuvor definiert worden sind. Die klassische Automatisierung bietet sich daher eher für konstante und repetitive Vorgänge an, bei denen sie für erhöhte Effizienz sorgt und Mitarbeitende entlastet. Etwa die Befüllung von Paketen oder die Etikettierung von Waren. KI ist im Gegenzug proaktiver. Sie lernt aus Daten, erkennt Muster, Ausreißer und Zusammenhänge selbstständig. So kann sie nicht nur frühzeitig Fehler und Probleme erkennen, sondern auch Prognosen stellen, Empfehlungen geben und Prozesse dynamisch steuern. Und mit jedem Auftrag lernt sie Neues dazu und wird in ihren Empfehlungen immer besser.

KI im Einsatz in der Verpackungswelt

 

In der Praxis kann KI in der Verpackungswelt zahlreiche Aufgaben übernehmen und Prozesse effizienter gestalten. Hat sie Zugriff auf Produktdaten, Bestellhistorien sowie Gewicht und Volumen von Waren und Verpackungseinheiten, kann sie zum Beispiel die ideale Verpackungsgröße feststellen und so die Nutzung von Verpackungsmaterial optimieren. Dadurch wird nicht nur zusätzlicher Platz im Transportfahrzeug geschaffen, sondern auch ein sicherer Transport gewährleistet und Material eingespart. Die Folge ist daher auch ein Zugewinn im Bereich der Nachhaltigkeit: Es werden weniger Füllmaterial und Karton genutzt, es entstehen weniger Transportschäden und Retouren und mit den reduzierten Fahrten auch eine geringere CO₂-Bilanz. Zusätzlich erstellt die KI Prognosen für den Verpackungsbedarf und sorgt so für eine bessere Planung beim Einkauf von Kartonagen und Materialien.

Die Vorteile für Unternehmen – konkret & messbar

 

Die Vorteile für Unternehmen, die KI zur Verpackungsoptimierung nutzen, sind schnell ersichtlich: Im Lager zeigt sich eine höhere Prozesseffizienz durch die bessere Planung von Paketinhalten sowie des benötigten Materials. Saisonale Peaks sind besser absehbar und damit planbar und skalierbar und es kann ohne Mehraufwand ein nachhaltigeres Verpackungskonzept erreicht werden. Aspekte, die sich auch in konkreten Zahlen abzeichnen – denn wenn weniger Verpackungsmaterial genutzt wird, Transportschäden reduziert und weniger Fahrten ausgeführt werden, bedeutet das auch Kostensenkungen auf den jeweiligen Posten. Nicht zuletzt ändert und verbessert ein KI-optimiertes Verpackungskonzept auch die Kundenerfahrung beim Unboxing. Erhalten KundInnen ein auf die Größe und Transportsicherheit der bestellten Waren optimiertes Paket, erhöht das die Zufriedenheit und damit die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Bestellung.

KI als Unterstützung und Entlastung für menschliche Mitarbeitende

 

KI kann im Lager- und Verpackungsmanagement also wichtige Aufgaben übernehmen und Mehrwert für Unternehmen, KundInnen und Umwelt bieten. Menschliche Mitarbeitende ersetzt sie aber nicht. Vielmehr dient sie als Sparringspartner und kann sie bei zahlreichen Tasks entlasten. Während die künstliche Intelligenz Routineaufgaben sowie komplexe Berechnungen übernimmt, Daten analysiert und auswertet, können sich die Mitarbeitenden auf Qualitätssicherung, Prozessüberwachung und Problemlösung konzentrieren. Sie überprüfen auch die Empfehlungen der KI, greifen ein, wenn nötig, und treffen die finalen Entscheidungen vor Prozessänderungen. Und sie helfen umgekehrt auch der KI, die sie mit Feedback versorgen, anhand dessen die Technologie weiter lernen kann. Wie diese Zusammenarbeit gelingen kann und dass KI keineswegs eine Bedrohung für die Mitarbeitenden bedeuten muss, sollte im Unternehmen klar kommuniziert und vorgelebt werden, um die Akzeptanz der Technologie im Lageralltag zu gewährleisten. Schließlich sind es zu einem großen Teil die Mitarbeitenden selbst, die die KI in der Praxis einsetzen und nutzen müssen.

KI als Werkzeug für effizientere und nachhaltigere Verpackung

 

Wer sich im Wettbewerb gegenüber anderen Handels- und Logistikunternehmen behaupten möchte, muss Verpackung nicht nur als eine bedeutende Stellschraube für Effizienz, Nachhaltigkeit und Kundenzufriedenheit anerkennen, sondern diese auch strategisch denken. Künstliche Intelligenz kann dazu ein wichtiges Hilfsmittel sein. Denn, richtig eingesetzt und behutsam im Team der Mitarbeitenden etabliert, lernt sie aus den vorhandenen Daten und bestehenden Prozessen und kann diese optimieren: Sie erkennt proaktiv, wo es Potenzial für Materialeinsparungen gibt, wie der Raum in Paketen und Transportfahrzeugen optimal genutzt werden kann, wann neues Verpackungsmaterial benötigt wird und wie die Ware möglichst sicher und schnell zu den KundInnen gelangt. So macht sie Verpackung langfristig effizienter, nachhaltiger und planbarer – und stärkt damit einen wichtigen Wettbewerbsfaktor für Unternehmen.